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Saudi woman arrives at a mosque to offer Eid al-Fitr morning prayers in Riyadh, Saudi Arabia.
Hassan Ammar/AP
Frauenrechte

Als Reaktion auf einen Tweet verwies Saudi-Arabien den kanadischen Botschafter außer Landes

Ein scheinbar eskalierender Streit zwischen Saudi-Arabien und Kanada hat nun zu einigen Konsequenzen geführt: Saudi-Arabiens Staatsführung weisen den kanadischen Botschafter aus, annullierten Passagier-Flüge nach Toronto und forderten, dass tausende studierende Saudi-Araber aus Kanada in die Heimat zurückkehren sollen.

Auslöser für diese Maßnahmen war ein Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland. In dem Tweet drückte diese ihre Besorgnis über erneute Inhaftierung von Menschenrechtsaktivisten durch die saudische Regierung aus.

Unter den Inhaftierten war auch Samar Badawi, Frauenrechtlerin und Schwester des bekannten Bloggers Raif Badawi, der seit 2012 in Saudi-Arabien im Gefängnis sitzt. Raif Badawi sitzt eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren ab und bekam 1.000 Schläge als Bestrafung für seine Webseite “The Saudi Free Liberales Forum“.

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Seine Ehefrau lebt gemeinsam mit den drei Kindern seit 2013 in Kanada und bekamen in diesem Jahr die kanadische Staatsbürgerschaft.

„Ich bin sehr beunruhigt, zu erfahren, dass Samar Badawi, Raif Badawis Schwester, in Saudi-Arabien inhaftiert wurde. Kanada steht in dieser schwierigen Zeit an der Seite der Familie Badawi und wir fordern weiterhin die Freilassung von Raif und Samar Badawi“, heißt es in Freelands Tweet.

Die kanadische Botschaft in Riad äußerte sich ebenfalls besorgt über die Verhaftungen.

„Kanada ist sehr besorgt über weitere Verhaftungen der Zivilgesellschaft und Frauenrechtler in #SaudiArabia, einschließlich Samar Badawi. Wir fordern die saudischen Behörden dringend auf, sie und alle anderen friedlichen Aktivisten freizulassen“, heißt es in dem Post.

Bei einem Auftritt in Montreal stärkte Trudeau der Außenministerin den Rücken: „Wir respektieren ihre [Saudi-Arabiens] Bedeutung in der Welt und erkennen an, dass das Land bei einer Anzahl wichtiger Themen Fortschritte gemacht hat“, sagte Trudeau. „Wir werden aber gleichzeitig klar und bestimmt Menschenrechtsthemen zu Hause und auf der Welt ansprechen, wo immer wir die Notwendigkeit sehen.“

Saudi-Arabien veröffentlichte auf die Kritik hin eine Erklärung, in der das Land die Kommentare Kanadas verurteilte und erklärte, dies sei eine „eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Königreichs“.

Das Außenministerium in Saudi-Arabien teilte mit, dass der kanadische Botschafter in Saudi-Arabien 24 Stunden Zeit habe, das Land zu verlassen und der saudische Botschafter in Ottawa zurückgerufen werde. Das Land gab außerdem bekannt, dass es alle neuen Handels- und Investitionsabkommen mit Kanada aussetzen werde.

Daraufhin reagierte Ministerin Freeland erneut mit klaren Worten: 
„Kanada wird sich immer für den Schutz der Menschenrechte stark machen, einschließlich der Frauenrechte und der Meinungsfreiheit in der ganzen Welt.”

Das wiederum nahm Saudi-Arabien zum Anlass, anzukündigen, dass die saudi-arabische Fluggesellschaft vorerst alle Flüge von und nach Toronto aussetzen werde. Zudem kündigte das Land an, akademische Programme zwischen beiden Ländern auf Eis zu legen: 7000 saudi-arabische Studenten und ihre Familien sollten aus Kanada in andere Länder gebracht werden, um dort ihre Studien fortzusetzen.

„Wir sind ernsthaft besorgt über die Medienberichte und suchen nach mehr Klarheit zu den jüngsten Erklärung des Königreichs Saudi-Arabien“, sagte Marie-Pier Baril, eine Sprecherin Freelands, gegenüber Bloomberg.

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In den vergangenen Monaten hatte vor allem der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman mit neuen Reformen dafür gesorgt, dass Saudi-Arabien moderner wirken soll. So dürfen Frauen seit neuestem Autofahren oder auch mal ein Kino besuchen. Doch viele Frauenrechtsaktivisten, die für dieses Rechte jahrelang gekämpft haben, blieben weiter inhaftiert.