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Containers loaded with plastic waste are placed at country beach city, Sihanoukville Port, southwest of Phnom Penh, Cambodia on July 16, 2019.
Sea Seakleng/AP
Umweltschutz

“Kambodscha ist kein Mülleimer”

Warum das wichtig ist
Die Abfallsysteme dieser Welt sind nicht in der Lage, all den Müll zu verarbeiten, der produziert wird. Deshalb verschiffen wohlhabende Staaten ihren Müll in ärmere Länder. Die Vereinten Nationen (UN) fordern Länder dazu auf, umweltfreundlichere Abfallsysteme zu entwickeln. Hier kannst du mit uns aktiv werden.

Vor kurzem sind 83 Schiffscontainer voll mit Plastik und anderem Müll aus den USA und Kanada in einem kambodschanischen Hafen gelandet - aber die mit Müll beladenen Schiffe werden nicht lange dort bleiben.

Nach der Inspektion haben die Zollbehörden beschlossen, alle Schiffe samt Ladung zurückzuschicken. So zwingen sie die USA und Kanada, selbst Lösungen für das Recycling zu finden oder Müllkippen im eigenen Land zu nutzen, berichtet CNN.

Damit ist Kambodscha ein weiteres asiatisches Land, das Müll abweist und die beladenen Schiffe zurück in ihre Ausgangshäfen schickt. Eine Entwicklung, die die globalen “Müllbeseitigungssysteme” in eine Krise stürzt. Kambodschanische Behörden beschwerten sich, ihr Land würde wie eine Müllkippe behandelt werden, berichtet die Time.

“Kambodscha ist kein Mülleimer, in dem andere Länder einfach ihren alten Elektro-Müll loswerden können, außerdem spricht sich die Regierung auch gegen den Import von Plastikmüll und Schmierölen aus, um sie hierzulande zu recyclen”, erklärt Neth Pheaktra, ein Sprecher des Kambodschanischen Umweltministeriums.

Schon seit Jahren schicken westliche Länder ihren übrig gebliebenen Müll - also Müll, den sie selbst nicht mehr entsorgen können - nach China. Doch dieses Arrangement endete 2018, als China erklärte, keinen Müll aus anderen Ländern mehr zu akzeptieren.

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Ein schnelles Bemühen andere Länder zu finden, die bereit wären, Müll aufzunehmen, war erfolglos, da sich asiatische Staaten nacheinander geweigert haben, gefährlichen, schlecht zu recyclebaren Müll oder anderen Abfall, aufzunehmen.

Diese Länder weigern sich wegen der großen Umwelt- und Gesundheitsschäden, die das hervorrufen kann. Der Abfall, der in andere Länder verschifft wird, ist in der Regel der schwierigste, er ist nicht recycelbar und wird verbrannt oder auf eine Müllkippe verfrachtet.

Zu Beginn des Monats haben die Philippinen 69 Schiffscontainer mit Müll zurück nach Kanada geschickt.

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“Freut euch, denn euer Müll kommt wieder nach Hause… Bereitet einen großen Empfang vor. Esst ihn, wenn ihr wollt”, sagte Rodrigo Duterte, der philippinische Präsident, zu dem Zeitpunkt.

In Malaysia hatte ein Auftragnehmer der Regierung illegal Plastikmüll aus anderen Ländern verbrannt und dabei eine ganze Stadt mit toxischem Rauch eingenebelt. Auch Malaysia hat kürzlich 450 Tonnen Plastikmüll zurück an ihre westlichen Herkunftsländer geschickt.

Elektromüll ist ein weiteres Problem für viele Länder. Elektronische Gegenstände - wie Smartphones, Kühlschränke, und Klimaanlagen - sind oftmals schwierig zu recyclen und enthalten gefährliche Inhaltsstoffe. Wenn Elektromüll in andere Länder verschifft wird, wird er zumeist nicht sachgemäß entsorgt und stellt so eine Gesundheitsgefahr dar.

Kambodschas Entscheidung, die Schiffscontainer zurückzuschicken, ist Ausdruck einer globalen Krise des Abfallmanagements. Derzeit produziert die Menschheit mehr Müll, als sie imstande ist zu entsorgen. Und so kommt die Kapazität von Müllkippen weltweit an ihre Grenzen und die Verschmutzung durch Müllverarbeitungsanlagen nimmt zu.

Die Vereinten Nationen appellieren an Länder, die Herstellung von schwer zu recycelbaren Materialien einzustellen, die Nutzung von schädlichen Materialien wie Quecksilber zu begrenzen und stabile Verfahren für die Beseitigung von Elektromüll aufzustellen.

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Erst vor kurzem haben sich die Vereinten Nationen gemeinsam mit nigerianischen Behörden zusammengeschlossen um das Elektromüll-System des Landes zu modernisieren, außerdem arbeiten sie mit Kambodschazusammen um die Entsorgung des heimischen Mülls zu überarbeiten.

Je mehr sich die globale Abfallkrise zuspitzt, desto mehr Länder werden wohl auf ähnliche Art und Weise mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten.