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Umweltschutz

England baut die größten Windräder der Welt, um Millionen Haushalte zu versorgen

Warum das wichtig ist
Da fossile Brennstoffe wie Erdöl, Braun- und Steinkohle endliche Ressourcen sind, muss die Weltgemeinschaft langfristig auf erneuerbare Energien umsteigen. Die Global Goals der Vereinten Nationen (UN) fordern Regierungen weltweit dazu auf, sich für den Umweltschutz und den nachhaltigen Städteausbau einzusetzen. Werde mit uns zu diesen Themen aktiv.

Wer von der nordenglischen Küste aufs Meer blickt, könnte bald seinen Augen nicht mehr trauen: Ist es ein Flugzeug? Oder ... ein riesiger Vogelschwarm?

Nun, nicht ganz. Denn an der Yorkshire Küste sollen Anfang nächsten Jahres die größten Windräder der Welt entstehen. Und zwar ca. 130 Kilometer vom Festland entfernt, auf einer künstlich geschaffenen Sandbank. Ein ehrgeiziges Projekt – immerhin sollen diese Riesen unter den Windrädern zukünftig Millionen Haushalte in Großbritannien mit Strom versorgen.

Die Windräder ragen 220 Meter in die Höhe und sind damit länger als zwei Fußballfelder. Oder – in Londoner Maßstäben – zweimal so hoch wie das höchste Riesenrad Europas, das “London Eye". Jeder einzelne Turbinenflügel ist über 100 Meter lang, und übertrifft damit sogar die Höhe des Big Ben oder der Freiheitsstatue.

Noch beeindruckender als diese Zahlen ist die Menge an Strom, die jedes einzelne dieser Windräder erzeugen kann. 16.000 Haushalte sollen laut Guardian durch die Kraft eines Windrads zukünftig mit grüner Energie versorgt werden können. Im Vergleich zu herkömmlichen Windrädern entspricht das einer Steigerung der Energieproduktion von einem Drittel.

Dieser enorme Ausbau der Windenergie kommt nicht von ungefähr. Die neuen Windräder sollen zukünftig nämlich fünf Prozent des gesamten Energiebedarfs Großbritanniens abdecken.

Insgesamt könnten damit über 4,5 Millionen Haushalte auf der Insel mit grünem Strom versorgt werden. Das entspricht viermal so viel Strom, wie der aktuell größte Offshore-Windpark des Landes erzeugen kann, der ebenfalls an der Yorkshire Küste angesiedelt ist.

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Der neue Windpark nennt sich “Dogger-Bank“ und entsteht in einer Kooperation der französischen Firma “GE Renewable Energy“ mit dem britischen Energieunternehmen “SSE“ und dem norwegischen Energiekonzern “Equinor“.

“Die ‘Dogger Bank’ wird die größten Offshore-Windräder der Welt betreiben und diese zukunftsweisende CO2-arme Technologie wird eine entscheidende Rolle bei dem Ziel Großbritanniens spielen, bis 2050 CO2-neutral zu sein“, sagt Paul Cooley von SSE Renewable.

Großbritannien ist schon jetzt ein Vorreiter in Sachen Offshore-Windenergieerzeugung. 36 Prozent der weltweiten Offshore-Windkraft liegt laut Auswertungen des “Global Wind Energy Council” von 2018 in britischer Hand.

Und der Ausbau geht weiter – vor allem, weil Windkraft heutzutage eine der günstigsten Energieformen ist. Laut Berichten von “Renewable UK“ sind die Preise seit 2015 um die Hälfte gesunken.

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Momentan deckt die Windkraft ungefähr acht Prozent des gesamten Energiebedarfs Großbritanniens. Bis 2023 soll dieser Anteil auf 14 Prozent und bis 2025 auf fast ein Viertel ansteigen. Damit ist das Ziel Großbritanniens, bis 2030 ein Drittel des Energiebedarfs aus der Windkraft zu beziehen, in greifbarer Nähe.

Auch in Deutschland verzeichnet die Windenergie einen steigenden Anteil an der landesweiten Stromversorgung. Laut dem “Bundesverband Windenergie“ (BWE) deckte sie 2018 im 20,4 Prozent der Stromerzeugung im Bundesdurchschnitt.

windenergie-deutschland-erneuerbare-Energien.png@ Bundesverband Windenergie