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Frauenrechte

Liste der besten und der gefährlichsten Länder der Welt für Mädchen

Jessica Lea / DFID

Wo auf der Welt wird man als Mädchen eigentlich gleichberechtigt behandelt? 
Und wo wird man als Mädchen mit den meisten Herausforderungen und Ungerechtigkeiten konfrontiert?

Diese Frage haben sich zwei Kinderrechtsorganisationen gestellt, die sich für die Rechte der Mädchen auf der ganzen Welt einsetzen.

‘Save the Children’ und ‘World Vision’ haben jeweils eine Studie zu diesen Fragen durchgeführt und versucht herauszufinden, wie die Länder auf der Welt hinsichtlich Bildungsmöglichkeiten, Gewalt gegen Frauen, Kinderehen, Anzahl schwangerer Teenager und Frauenquote in den jeweiligen Regierungen abschneiden.

Hier ist das Ergebnis: 

Die besten Länder

In beiden Studien haben es europäische und nordamerikanische Länder ganz oben auf der Rangliste geschafft. Zu den absoluten Topländern für Mädchenrechte zählen demnach zusammengefasst:

Schweden, Finnland, Norwegen, Niederlande, Belgien, Dänemark, Kanada, Norwegen, Kroatien, Island, Australien, Österreich, Litauen, Estland

SVT_The best countries.pngQuelle: Screenshot Report Save the Children 'Every Last Girl'

Deutschland schafft es in der Studie von Save the Children gerade einmal auf den 12. Platz. Die USA schließen sogar noch schlechter ab und liegen hinter Algerien und Kasachstan auf Platz 32. Schuld an der 'schlechten' Platzierung Deutschlands seien die geringe Frauenquote im Bundes- bzw. Landtag, eine hohe Rate an schwangeren Jugendlichen und eine relativ hohe Rate an Mädchen, die keinen Schulabschluss haben, so die Erklärung der Organisationen. 

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Die schlimmsten / gefährlichsten Länder

Viele der Länder mit den schlechtesten Voraussetzungen für das Leben eines Mädchens liegen leider noch immer in Afrika:

Niger, Tschad, Guinea, Zentralafrikanische Republik, Mali, Somalia, Sierra Leone, Malawi, Afghanistan, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Angola

SVT_the worst countries.pngQuelle. Screenshot Report Save the Children 'Every last Girl'

‘World Vision’ hat in seiner Studie betont, dass Frauen in Ländern südlich der Sahara häufig am unteren Rand der Gesellschaftsordnung stehen und nur selten die Gelegenheit bekommen, zur Schule zu gehen, Geld zu verdienen oder eigenes Land zu besitzen. Hinzu kommt, dass unter anderem aufgrund von Mangel an entsprechenden Gesetzen Frauen in diesen Ländern sehr oft Opfer häuslicher Gewalt werden, und diese Vorfälle nur selten zur Anzeige gebracht werden. 

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Eines der schlimmsten und schockierendsten Ergebnisse kam aus Tschad, denn hier wird fast ein Drittel der Mädchen vor dem 15. Geburtstag verheiratet  - diese hohe Zahl gibt es in keinem anderen Land. ‘Save the Children’ hat herausgefunden, dass alle sieben Sekunden ein Mädchen auf der Welt zwangsverheiratet wird.

Auf der positiven Seite gab es zu verzeichnen, dass ganze 84% aller kanadischen Mädchen über 19 einen High-School-Abschluss besitzen. Zudem gab es gute Nachrichten aus Nordeuropa: in Norwegen sind 70% aller Angestellten im öffentlichen Dienst weiblich.

Eine Welt zu gestalten, in der Mädchen und Frauen gleichberechtigt sind, in der sie genauso zur Schule gehen dürfen wie Jungs, nicht zu einer Heirat gezwungen werden, in der ihnen keine Gewalt angetan wird und in der sie nicht als Mensch zweiter Klasse behandelt werden, ist die Voraussetzung, um eine Welt zu erschaffen, in der keine Armut mehr existiert. Die beiden Studien enthalten zwar positive Ergebnisse, zeigen aber auch, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben.