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UNHCR Special Envoy, Angelina Jolie DCMG at the Preventing Sexual Violence Initiative (PSVI) event in London, 13 March 2017.
Courtesy of Foreign & Commonwealth Office
Citizenship

UN-Sonderbeauftragte Angelina Jolie fordert dauerhafte Waffenruhe im Jemen

Warum das wichtig ist
Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind täglich von Kriegen und Konflikten betroffen. Bei einem Besuch von Angelina Jolie bei jemenitischen Flüchtlingen im südkoreanischen Jeju, forderte die Schauspielerin ein Ende des dreieinhalbjährigen Bürgerkriegs. Sie bat die internationale Gemeinschaft darum, betroffene Zivilisten und Flüchtlinge zu unterstützen. Werde auch du aktiv für eine gerechtere und friedliche Welt.

Angelina Jolie, amerikanische Schauspielerin und Sonderbeauftragte des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, reiste Anfang November nach Südkorea, um sich ein Bild von der Lage der jemenitischen Flüchtlinge auf der Insel Jeju zu machen.

Mehr als 500 Flüchtlinge kamen seit Mai auf Jeju an und beantragten Asyl, um dem Bürgerkrieg im Jemen zu entkommen.

Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Justizminister Park Sang-ki sprach Jolie über die Flüchtlingskrise im Jemen und bedankte sich bei der südkoreanischen Regierung für die Unterstützung gegenüber jemenitischer Flüchtlinge. Sie betonte dabei, wie bedeutsam sorgfältige Asylverfahren sind und dass es notwendig ist, Flüchtlingen Schutz zu gewähren, bis sie eines Tages sicher in ihre Heimat zurückkehren können  Außerdem bat sie um Unterstützung für die Menschen im Jemen und Flüchtlinge weltweit.

Während des Treffens kritisierte Jolie, dass die Welt zu langsam auf die Krise im Jemen reagiert habe und die Augen vor der immer schärfer werdenden Situation verschließen würde.

“Als internationale Gemeinschaft handeln wir beschämend langsam, um der Krise im Jemen ein Ende zu setzen", sagte sie.

Rund die Hälfte der Menschen im Land leiden an Hunger, berichten die Vereinten Nationen (UN). Fast 14 Millionen Menschen sind von der Hungersnot bedroht. Gleichzeitig erlebe das Land die größte Cholera-Epidemie der Geschichte.

Im Oktober reiste Jolie als UN-Sonderbeauftragte nach Peru und forderte die internationale Gemeinschaft auf, venezolanische Flüchtlinge, die vor den wirtschaftlichen Turbulenzen in ihrem Heimatland geflohen sind, zu unterstützen.

“Ich hoffe auf ein besseres Verständnis für die Realitäten, die Menschen zur Flucht veranlassen", fuhr Jolie fort.

Jemen befindet sich seit 2015 im Bürgerkrieg, als Huthi-Rebellen versuchten, die international anerkannte Regierung zu stürzen. Saudi-Arabien schritt ein und veranlasste eine Militärallianz arabischer Staaten. Mit Luftangriffen wollten sie den Vormarsch der Huthi-Rebellen stoppen und Jemens Regierung unterstützen. Wichtige Infrastrukturen wie Schulen und Krankenhäuser wurden seitdem getroffen und zerstört. Mehr als 28.000 Menschen wurden bisher getötet oder verwundet. Die UN bezeichnet den Bürgerkrieg im Jemen als “die schlimmste humanitäre Krise der Welt”.

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Jetzt fordert Jolie den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf, dem Konflikt ein Ende zu setzen und mit Ländern in der Region zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass internationale Gesetze zum Schutz der Zivilbevölkerung eingehalten werden.

“Ohne eine globale Strategie, die auf internationalem Recht und kollektiver Verantwortung beruht, riskieren wir langfristig eine noch viel größere Instabilität und Unsicherheit, die sich auf alle Länder negativ auswirken würde", sagte sie.

In Seoul traf Jolie auch auf den südkoreanischen Schauspieler und UNHCR-Botschafter Jung Woo-sung. Sie  sprachen über die Öffentlichkeit im Land, die der Ankunft der Flüchtlinge in Jeju weitestgehend kritisch gegenüberstehen. In den vergangenen Monaten kam es vermehrt zu ausländerfeindlichen Protesten, angeführt von konservativen Christen gegen die überwiegend muslimischen jemenitischen Flüchtlinge.

“Die einzige Möglichkeit, Flüchtlingen die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen und die Gesamtzahl der Menschen auf der Flucht zu senken, besteht darin, den Konflikten selbst ein Ende zu setzen", sagt Jolie und sendet einen deutlichen Appell an die Weltgemeinschaft.