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Umweltschutz

Zu viele Landwirte können sich das Essen, das sie produzieren, nicht leisten

Warum das wichtig ist

Etwa jeder neunte Mensch auf der Welt hat nicht genug zu essen. Darunter sind viele Bauern, die sich mit ihren niedrigen Löhnen das Essen nicht leisten können, das sie produzieren. Hilal Elver, UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, fordert Regierungen auf, die Rechte der Landarbeiter zu schützen. Werde auch du aktiv und trage deinen Teil zu einer gerechteren Welt bei.

Kleinbauern und Landarbeiter spielen eine wichtige Rolle in der Nahrungsproduktion. In den Entwicklungsländern produzieren sie bis zu 80 Prozent der Nahrung. Sie tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, die weltweite Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Der Preis ist jedoch hoch – gefährliche Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne sind eher die Regel als die Ausnahme.

Hilal Elver, UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, forderte die Regierungen Ende Oktober auf, Maßnahmen zu ergreifen, um “sicherzustellen, dass die Grundrechte der Menschen, die unsere Nahrungsmittel produzieren, in vollem Umfang anerkannt und respektiert werden”. In ihrem Jahresbericht an die UN-Generalversammlung erklärt sie, dass Landwirte zunehmend niedrige Löhne erhalten würden und unprofessionellen Arbeitsbedingungen ausgesetzt seien.  

Weltweit haben mehr als 800 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Landarbeiter gehören zu den hungrigsten der Welt. Sie können sich mit ihren niedrigen Löhnen das Essen nicht leisten, das sie produzieren.

Mehr als eine Milliarde Menschen arbeitet in der Landwirtschaft, das entspricht etwa einem Drittel der Arbeitskräfte weltweit. Die Arbeitsbedingungen in diesem Bereich sind extrem prekär und von gravierenden Rechtsverletzungen gekennzeichnet.

Frauen, Kinder, Migranten und Plantagenarbeiter sind besonders stark betroffen. Rund 43 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. Knapp die Hälfte davon lebt in Ländern südlich der Sahara und in Ostasien.

In Entwicklungsländern ist Landwirtschaft die Hauptbeschäftigungsquelle für 50 bis 90 Prozent der Bevölkerung. Sie kann das Überleben der Bevölkerung jedoch nicht garantieren. Zu allem Überfluss wird die Nahrungsmittelknappheit aufgrund der negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft nur noch weiter zunehmen.

Farm- und Plantagenarbeiter sind regelmäßig Pestiziden ausgesetzt, sie arbeiten stundenlang unter extremen Temperaturen und ohne ausreichenden Zugang zu Wasser, berichtet Elver.

Wanderarbeiter sind besonders gefährdet. Sie gelten als schnell verfügbare Arbeitskräfte, die für geringen Lohn arbeiten und kein Anrecht auf bessere Entlohnung und Arbeitsbedingungen haben.

Sicherheit ist ein weiteres wichtiges Thema. Arbeitgeber konzentrieren sich in der Regel auf die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion und die Maximierung des Gewinns und nicht auf das Wohlergehen der Arbeiter, erklärt Elver.

Der Landwirtschaftssektor ist einer der gefährlichsten Sektoren der Welt ist. Jedes Jahr werden mehr als 170.000 Landarbeiter bei der Arbeit getötet. Das Risiko eines tödlichen Unfalls ist in diesem Sektor doppelt so hoch wie in anderen Sektoren.

Mangelnde Kontrollmaßnahmen und unzureichende Präventions- und Schutzmaßnahmen gefährden 108 Millionen Kinder, etwa 70 Prozent der Kinderarbeiter weltweit, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind.

"Es ist an der Zeit, dass Staaten unverzügliche Maßnahmen ergreifen, um diejenigen, die gegen die Menschenrechte der Landarbeiter verstoßen, zur Rechenschaft zu ziehen und um weitere Verletzungen zu verhindern", fordert Elver in ihrem Bericht.