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Entwicklungsfinanzierung & Innovation

Diesen biologisch abbaubaren Turnschuh kann man einfach im Waschbecken entsorgen

Adidas

Erst in diesem Sommer machte das Unternehmen Adidas Schlagzeilen mit einem neuen Paar Turnschuhe, das komplett aus Ozean-Plastikmüll hergestellt wird. Jetzt bringt die Sportmarke einen weiteren Turnschuh auf den Markt, der das Herz eines jeden umweltbewussten Kunden höher schlagen lassen.

Und nicht nur das: Der neue 'Futurecraft M.F.G.-Turnschuh' (Made For Germany) hilft dabei, ein altbekanntes Problem zu lösen, mit dem jeder Sportler vertraut ist.

Denn Turnschuhe sind, wenn man sich seine Sportausrüstung mal näher betrachtet, in vielen Sportarten wohl den meisten Strapazen ausgesetzt. Ein Laufschuh trägt den Läufer normalerweise 300 bis 3.000 Kilometer weit, bevor der Schuh durch ein neues Modell ersetzt werden muss. Eifrige Läufer verschleißen sogar noch mehr Schuhe.

Was aber mit den durchgetragenen Schuhen machen? Normalerweise werden sie weggeschmissen und landen dann irgendwo auf einer Müllkippe, weil sie keinen weiteren Nutzen mehr haben.

Bis jetzt.

Denn der neue Futurecraft Turnschuh ist aus speziellem biologischen Stahl hergestellt. Ja, richtig gehört. Biologischer Stahl oder anders ausgedrückt: künstliche Spinnenseide. Dieses neuartige Material soll bis zu zwei Jahre halten und ist nach dem Tragen völlig biologisch abbaubar.

adidas-biofabric-sneaker (1).jpgImage: Adidas

Und mit 'biologisch abbaubar' ist in diesem Fall auch wirklich biologisch abbaubar gemeint. Denn man muss die Schuhe nur für ein paar Stunden in Wasser legen und schon löst sich das speziell gefertigte Material aus Enzymen quasi von selbst auf.

Das ist nicht der erste Vorstoß, den Adidas in die Welt der Nachhaltigkeit gewagt hat. Ganz und gar nicht. Das globale Unternehmen, das weltweit über 50.000 Mitarbeiter hat und jährlich fast 20 Milliarden US-Dollar Einnahmen erzielt, möchte ganz vorne mitwirken, wenn es um innovative Ideen in der Sportbekleidung geht, die gleichzeitig auch noch die Umwelt schützen.

Wie oben schon kurz erwähnt, brachte Adidas’ vor ca. einem Monat seinen ersten Schuh auf den Markt, der komplett aus Ozean-Plastikmüll hergestellt wurde. Gemeinsam mit der Organisation „Parley for the Oceans” will Adidas den Plastikmüll in den Meeren und Ozeanen reduzieren, in dem die Firma das Plastik aus dem Wasser fischen lässt, aufbereitet und damit neue Produkte herstellt. Der neue Schuh ist zu 95% aus Plastik produziert, das aus dem Meer rund um die Malediven stammt.

Mehr Lesen: Adidas Turnschuhe aus Ozean-Plastikmüll gibt's jetzt tatsächlich zu kaufen

Die neuen Adidas Futurecraft Turnschuhe scheinen die innovativen Ozean-Plastikmüll Schuhe allerdings schon jetzt in den Schatten zu stellen, weil sie Phänomene der Natur auf die Technik zu übertragen versuchen.

„Das ist ein bahnbrechender Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Wir schaffen Neuland für zukünftige bionische Innovationen”, sagt James Carney, Vize-Präsident der Kreativabteilung des deutschen Sportartikelherstellers.

Das Obermaterial des Schuhs ist komplett aus dem neuen, speziell gefertigten biologischen Stahl hergestellt, welcher in einem Labor gegärt und dann zu einem Garn gesponnen wird.

biofabric-adidas-shoes.jpgImage: Adidas

Der biologische Stahl - die künstliche Spinnenseide - wiegt 15% weniger als die bisherigen synthetischen Fasern. Gerade diese Eigenschaft macht den neuen Schuh zum perfekten Laufschuh. Darüberhinaus lässt sich das neue Material auch noch energieeffizienter herstellen, weil weniger Strom bei der Produktion verbraucht wird.

Noch sind diese neuen Turnschuhe nicht auf dem Markt erhältlich. Doch schon jetzt ist die Aufregung um den neuen Schuh und das neuartige Material groß:

„Die neuen Futurecraft Turnschuhe von Adidas sind kein Produkt in dem Sinne - sie sind vielmehr ein Konzept, das der Welt einen Einblick in die Zukunft gewährt”, heißt es auf der Seite Uncrate.

„Dieser neue Schuh setzt ein deutliches Signal für die Zukunft der Schuh- und Sportindustrie”, schreibt Hype Beast.

All die Innovationen, die die Welt in diesem Jahr bereits gesehen hat, lässt hoffen, dass in den nächsten Jahren viele weitere Mode- und Sportartikelhersteller versuchen werden, mit Adidas gleichzuziehen und gemeinsam neue Wege bestreiten, die Umwelt zu schützen.