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Thomas Cristofoletti/USAID
Citizenship

9 Dinge in deinem Haushalt, die vielleicht von Sklaven produziert wurden

Auf dem Papier ist Sklaverei Geschichte.

Doch in der Realität leider nicht: Weltweit sind 40 Millionen Menschen Opfer von moderner Sklaverei – mehr als jemals zuvor. Sie existiert in nahezu jedem Land. Eine globale Industrie mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz im Jahr.

Aber ist dir bewusst, dass sich Produkte aus moderner Sklaverei unter Umständen auch in deinem Haushalt finden? 

Reis

Es ist das verbreitetste Grundnahrungsmittel der Welt. Aber manche Familien sind gezwungen, 15 Stunden am Tag in Reisfeldern zu arbeiten , das Getreide zu ernten und es für den Markt zu verarbeiten - und das alles für einen Hungerlohn. Weißt du, woher der Reis in deinem Schrank kommt und wer ihn geerntet hat?

Teppiche

Tausende Kinder arbeiten in Indiens Teppichindustrie. Einige von ihnen wurden von Menschenhändlern verschleppt und an die Fabriken verkauft. In Indien gibt es fünf Mal mehr Sklaven als in irgendeinem anderen Land in der Welt. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, dem bis 2030 ein Ende zu bereiten.

Rosen

Ein Strauß roter Rosen ist ein gängiges Symbol für die Liebe. Doch auf vielen Rosenfarmen arbeiten Menschen unter unwürdigen Bedingungen - viele von ihnen sind Kinder, die diese Blumen pflücken, bis ihre Finger bluten.

Garnelen

Der Konsum stieg in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland fast um das Dreifache auf 1,2 Kilogramm pro Kopf, während die Einfuhrpreise fast um die Hälfte sanken. Ein Großteil wird aus Thailand importiert, wo Menschenhandel in der Industrie weit verbreitet ist. Die Menschen sind unterbezahlt, erleben Gewalt und müssen oft 20 Stundenschichten antreten.

Kaffee

Kaffee ist der Wachmacher der Deutschen: Pro Sekunde werden hierzulande 2315 Tassen Kaffee getrunken.

Doch bis Kaffebohnen in unserer Tasse landen, ist es ein weiter weg. Zuerst müssen die Kaffeekirschen in Handarbeit gepflückt werden. Je nach Region variiert die Erntezeit, die einmal im Jahr über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten dauert. Dafür brauchen die Kaffeebauern dann viele helfende Hände und beschäftigen Wanderarbeiter – ohne feste Arbeitsverträge oder irgendwelche Sicherheiten. Die Wanderarbeiter reisen oft mit ihren Familien durchs Land. Auch Kinder müssen dann bei der Ernte helfen.

Kleidung

Was sind die wahren Kosten unserer Mode? Die Organisation 'International Labour Organisation' schätzt, dass 152 Millionen Kinder in dem Industriezweig arbeiten müssen – das sind fast doppelt so viele wie Deutschland Einwohner hat. Eine Webdoku von 2015 zeigt, wie verstörend es sein kann, wenn junge Menschen sehen, wie ihre Kleidung hergestellt wird. Eine norwegische Zeitung schickte damals drei junge Modeblogger in eine Textilfabrik nach Kambodscha – was sie da sahen, ließ sie in Tränen ausbrechen.  

Schmuck

War der Preis deiner Halskette der Preis für die Freiheit eines Menschen? Sklavenhalter in der Bergbauindustrie halten ganze Familien für Generationen in Sklaverei, die keine Hoffnung auf Freiheit haben. Die Arbeit in Bergwerken und Steinbrüchen ist so gefährlich, dass der Einsatz von Kindern im Gold- und Diamantenbergbau offiziell unter die schlimmsten Formen der Kinderarbeit fällt.

Holz

Sklaven, die in Holzschneidanlagen auf der ganzen Welt arbeiten, werden zum Teil gezwungen, täglich bis zu einer Tonne Holz zu produzieren.

In Indien rettete die International Justice Mission (IJM) eine Familie nach vier Jahren aus einer Baumschneidefabrik. Doch die Mutter hatte bereits einen ihrer Söhne verloren, der nach Jahren des Hungers und Missbrauchs gestorben war. „Das größte Privileg in meinem Leben ist nun die Freiheit von der Gefangenschaft“, sagte die Frau namens Kalpanna gegenüber IJM. Heute leitet sie ihr eigenes Schneidergeschäft.

Schokolade

Für die Arbeiter auf Kakaofarmen ist Schokolade alles andere als süß. Viele Kakaobauern und Arbeiter leben unterhalb der Armutsgrenze und verdienen weniger als zwei Dollar am Tag. Die Dokumentation „Schmutzige Schokolade“ gibt einen Einblick in die Kakaoproduktion – und lässt einen bitteren Geschmack zurück.

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Allerdings muss man jetzt nicht auf all diese Produkte unbedingt verzichten. Der wichtigste Schritt und beste Anfang ist, ein Bewusstsein für dieses Problem zu entwickeln und sich dann die Produkte, die man in Zukunft kauft, genauer anzusehen. Inzwischen gibt es eine solide Bandbreite an Herstellern für alle möglichen Produkte, die das Problem der Sklaverei anerkennen und aktiv dagegen vorgehen. Sie geben zum Beispiel Auskunf darüber, woher ihre Produkte stammen und unter welchen Umständen sie hergestellt wurden.

Wer also das nächste mal (nicht nur eins der oben genannten) Produkte kaufen will, dem sei zum Beispiel eine schnelle Google-Suche vorab ans Herz gelegt. So kann man vertrauenswürdige Hersteller finden und dubiose meiden.  

Schokoladen-Liebhaber können sich beispielsweise bei dem Münchener Unternehmen 'fairafric' umsehen . Und wer mehr darüber erfahren will, wie viele Sklaven für den eigenen Lebenstil arbeiten, kann das auf der Seite ' Slavery Footprint ' testen. 

Letztendlich gilt: Umsichtig sein, mitdenken und das eigene Kaufverhalten Schritt für Schritt anpassen. Es lohnt sich und macht uns alle zu besseren Global Citizens.