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Bildung

Wenn dein Schulweg so aussehen würde, ganz ehrlich, würdest du noch zur Schule gehen?

Flickr: Arne Hoel / World Bank

Mein Vater wuchs in einem winzig kleinen Dorf genannt Belize mitten in Nordamerika auf. Belize ist einer dieser abgelegenen Orte mitten im Wald, wo die Menschen noch sehr bescheiden leben, oftmals ohne Zugang zu fließendem Wasser oder Telefonanschlüssen. Naja, zumindest in den 70iger Jahren, als mein Vater und seine Familie noch dort lebten.

Und wie man sich vielleicht vorstellen kann, war der Alltag in Belize gespickt mit vielen kleinen und großen interessanten Dingen, die ich  mir heute kaum noch vorstellen kann. Zum Beispiel: der Weg zur Schule. Hier mal ein altes Fotos von meinem Dad und seinem Bruder (aka meinem Onkel):

School_commute_body_1.jpgImage courtesy of Mary June Glick

Für ihren Schulweg mussten die beiden Jungs jedes Mal gute 2km auf einem Trampelpfad durch die Pampa laufen - was ihnen allerdings nichts ausmachte. Ich meine, abgesehen davon, dass es zu der Zeit und in der Gegend auch keine Alternativen gab.

Ich erinnere mich an eine Anekdote (die immer wieder gern bei Familienfeiern ausgepackt wird) als sich eines Tages meinem Vater und seinem Bruder auf ihrem Weg zur Schule plötzlich eine Kuh in den Weg stellte (eine besonders griesgrämig dreinschauende Kuh, wie mein Vater bis heute betont). Und aufgeschreckt von so viel Griesgram flüchteten beide Jungs auf den nächsten Baum - wo sie dann den ganzen Vormittag ausharrten, bis sie den Mut aufbrachten, wieder runter zu klettern.

Ich liebe dieses Bild vor meinen inneren Auge, wie mein Vater als Kind auf einem Baum hockt, während unten eine Kuh grast. Erheitert mich immer wieder. Allerdings erinnert es mich auch immer wieder daran, worüber wir hier auf Global Citizen nahezu tagtäglich sprechen: dass in vielen Teilen unserer Erde Millionen Kinder keinen Zugang zu Schulbildung haben, oder aber das einige von Ihnen ziemlich viel auf sich nehmen müssen, um zur Schule zu gelangen:

1) Kinder in Indonesien überqueren den Ciberang Fluss auf einer zusammengebrochenen Brücke auf ihrem Weg zur Schule

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Die Alternative? Ein 30-minütiger Umweg auf einem Trampelpfad bis zur nächsten Brücke. 

Quelle: Reuters via Amusing Planet

2) Kein Schulbus? In Kolumbien geht's auch per Seilrutsche. 

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Ganz ehrlich: wenn man mir als 10-Jährigen gesagt hätte, dass der einzige Weg zur Schule via Seilrutsche über eine tausend-meter tiefe Schlucht geht, hätt ich die Schule geschmissen und wär zu Hause geblieben. Ihr glaubt das ist ein Klacks? Hier geht's zum Video. Und schön in den Abgrund schauen. 

Quelle: Christoph Otto via Bored Panda

3) Diese entschlossenen Schulkinder erklimmen völlig neue Höhen auf ihrem Weg zur Schule.

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Hut ab vor diesen Schülern in Süd-China!

Quelle: Imaginachina/Rex Features via Bored Panda

4) Jetzt bloß nicht niesen

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Ein bisschen wie diese riesigen Schwimmreifen, die man in Spaßbädern findet - hier allerdings mit einem wesentlich bedeutsameren Nutzen. Dabei ist der schwimmende Reifen auch nicht immer eine Lösung: wenn der Fluss in und nach der Regenzeit zu stark angestiegen ist und die Strömung zu stark ist, haben diese Kinder auf den Philippinen oft gar keine Möglichkeit mehr, zur Schule zu kommen. 

Quelle: NBC News via Amusing Planet

5) Alle Mann an Bord! Nächster Halt: Schule.

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Im Vergleich zu dem Schwimmreifen auf den Philippinen grenzt das Boot hier fast schon an Luxus. Aber auch nur fast. Jeden Tag, bei Wind und Wetter und Regen und Kälte auf einem Boot zur Schule zu hocken klingt auch nicht unbedingt nach Spaß. 

Quelle: World Bank - East Asia and Pacific on Flickr

6) In den Himalayas führt der Weg zur Schule durch Eis und Schnee

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Wow. Mehr bring ich nicht über die Lippen. Was für ein Schulweg! Und das jeden Tag, hin und zurück. 

Quelle: Timothy Allen via Bored Panda


Was für uns abenteuerlich aussieht, ist für diese Kinder eine tagtägliche Herausforderung - und es ist bewundernswert zu sehen, welche Hürden diese Kinder auf sich nehmen, um Zugang zu einer Ausbildung, und damit die Chance auf ein besseres da selbstbestimmtes Leben, zu haben.

Diese Bilder haben mich persönlich erneut daran erinnert, wie unglaublich glücklich ich mich schätzen kann, dass meine damalige tagtägliche Busfahrt zur Schule nicht nur ziemlich einfach, sondern auch sicher und komfortabel war. Wir haben so viel Glück in unserem Leben, so viele Momente in denen es uns gut geht, die wir alle gar nicht realisieren und mitunter viel zu selten dankbar dafür sind. Ich finde, diese Fotos sind eine gute Erinnerung.