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Frauenrechte

Babys auf Instagram verkauft – vier Indonesier in Haft

Warum das wichtig ist
Menschenhandel bedroht die Sicherheit von Millionen Menschen, die in Armut leben. Insbesondere junge Mädchen und Frauen werden häufig für Sex angeboten. Indonesische Frauen behaupteten, ihre ungeborenen Kinder aus finanziellen Gründen online verkaufen zu müssen. Hier kannst du aktiv werden und dich mit uns gegen Armut und für Menschenrechte einsetzen.

Der indonesischen Polizei gelang es kürzlich einen Kinderhandel-Ring aufzudecken, der Babys über Instagram gekauft und verkauft haben soll, berichtet CNN.

Am letzten Sonntag gab die Polizei bekannt, vier Personen in Surabaya, Indonesiens zweitgrößter Stadt, festgenommen zu haben. Zu den Verhafteten gehören ein 29-jähriger Mann, der laut der britischen Zeitung Guardian das Instagram-Konto geführt haben soll, und eine 22-jährige Mutter, die angeblich ihr elf Monate altes Baby für 15 Millionen Rupiah, umgerechnet 859 Euro, zum Kauf anbot.

Die Mutter soll versucht haben, ihr Baby an einen Käufer in Bali zu verkaufen. Eine Hebamme und ein potentieller Käufer wurden in Bali ebenfalls von der Polizei festgenommen, berichtet Frans Barung Mangera, Sprecher der örtlichen Polizei.

Den vier Verdächtigen droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren für den Verstoß gegen das Kinderschutzgesetz.

Mehr Lesen: Menschenhandel im 21. Jahrhundert

"Wenn die Verwendung von Instagram in diesem Fall bewiesen wird, dann zeigt es, wie sehr sich Menschenhändler für ihren Handel an neue Methoden anpassen", sagt Amanda Bissex, Leiterin des Kinderschutzes beim Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) gegenüber CNN.

Das als Beratungsprofil getarnte Instagram-Konto war ungefähr ein Jahr lang aktiv und hatte mehrere Hundert Follower, als es letzten Freitag im Zuge der polizeilichen Ermittlungen deaktiviert wurde. Es bot sowohl Schwangerschafts- als auch Adoptionsberatungen für junge, unverheiratete schwangere Frauen an.

Die Seite lud regelmäßig Ultraschallbilder, anonymisierte Bilder von schwangeren Frauen und unidentifizierbaren Babys hoch und diente Müttern, die ihre ungeborenen Kinder aus finanziellen Gründen verkaufen wollten dazu, ihre Geschichten erzählen.

In einem Foto mit der Aufschrift "C86" wurden am 15. September 2018 Informationen über Alter, Geschlecht und Religion eines Babys veröffentlicht, einschließlich Kontaktinformationen für potentielle Käufer.

Laut Mangera, seien mindestens drei Babys auf dem Konto verkauft worden, berichtet der Guardian.
Während der Geldwechsel über das Konto abgewickelt wurde, wurden die Verträge über WhatsApp diskutiert, erklärt die Polizei.

Selbst Bildaufnahmen von Gesprächen zwischen dem Inhaber des Instagram-Kontos und den schwangeren Frauen wurden auf der Seite veröffentlicht. In einem schreibt eine Frau, dass sie im siebten Monat unverheiratet  und schwanger ist und jemanden finden wollte, der ihr Baby adoptiert. Außerdem bat sie darum, bis nach der Geburt von jemandem aufgenommen zu werden, damit ihre Familie nicht herausfindet, dass sie schwanger ist.

Susatano, Leiter der nationalen Kommission für Kinderschutz in Indonesien berichtet dem CNN, dass die sozialen Medien es den Menschenhändlern ermöglichen würden, Mittelsmänner zu umgehen und somit durch die Lücken der Strafverfolgung zu schlüpfen.

Instagram versicherte dem Guardian, jegliche Art von krimineller Aktivität zu stoppen, sobald sie davon erfahren würden.

Menschenhandel ist in Indonesien auch offline ein weit verbreitetes Problem. Laut Schätzungen von UNICEF, werden jährlich rund 100.000 Kinder im Land gehandelt, und oftmals auch für Sex angeboten.

In ihrem aktuellen Bericht über Menschenhandel, stuft die US-Regierung Indonesien als besonders kritisch ein, weil das Land die Mindeststandards für die Bekämpfung des Menschenhandels nicht vollständig erfüllen würde. Indonesien betont hingegen, es würde "erhebliche Anstrengungen" unternehmen, um dies zu ändern.