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OpinionGesundheit

Rund 200 Millionen Frauen können nicht verhüten

Warum das wichtig ist
Bis 2050 könnte sich die Bevölkerung in Afrika auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Das hat nicht nur Folgen für den afrikanischen Kontinent, sondern auch für den Klimawandel, Migration und Armut in der Welt. Derzeit mangelt es vor allem an Zugang zu Verhütungsmitteln und  Aufklärung für Frauen, damit sie selbst bestimmen können, ob und wann sie schwanger werden oder nicht. Global Citizen unterstützt die weltweite Bewegung “SheDecides”, die sich dafür einsetzt, dass jede Frau und jedes Mädchen frei über ihren Körper, ihr Leben und ihre Zukunft entscheiden kann. Hier kannst auch du dich anschließen.

Es ist eine rekordverdächtige und zugleich besorgniserregende Zahl: 7,6 Kinder bekommt eine Frau im Niger durchschnittlich. Nirgendwo auf der Welt wächst die Bevölkerung so schnell wie in dem westafrikanischen Land. Vor knapp 50 Jahren lebten im Niger 3,5 Millionen Menschen – heute sind es rund 20 Millionen.

Bis 2050 werden schätzungsweise 2,5 Milliarden Menschen in Afrika leben

Es ist ein Trend, der sich in vielen Ländern südlich der Sahara wiederfinden lässt. Bis 2050 werden schätzungsweise zweieinhalb Milliarden Menschen in Afrika leben, während die Geburtenrate in Industrieländern in den vergangenen Jahrzehnten stetig sank.

Dabei wird der Planet nicht größer und unsere Ressourcen sind begrenzt. Wenn Entwicklungsländer beispielsweise soweit sind, dass alle Menschen mit Strom versorgt werden können (was ihr gutes Recht ist!), hätten wir enorme Auswirkungen auf das Klima zu befürchten. Tausende Kohlekraftwerke wären nötig, um die Nachfrage zu decken.

Entwicklungsminister Müller in Afrika BMZ.pngEntwicklungsminister Gerd Müller ©BMZ


Der Blick richtet sich vor allem auf Afrika. Denn in 43 Ländern weltweit bekommen Frauen im Durchschnitt mindestens vier Kinder – und 38 dieser Länder liegen in Afrika.

Diese Zahlen stammen aus dem Weltbevölkerungsbericht 2018, den der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) heute gemeinsam mit Minister Gerd Müller vom Bundesministerium für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) bei einer Pressekonferenz in Berlin vorstellte.

“Entscheidungsfreiheit kann die Welt verändern”

Der Bericht macht deutlich, dass Armut und Kinderreichtum eng verzahnt sind. Dass es an Aufklärung und Verhütung mangelt – und dass viele Frauen mehr Kinder bekommen, als sie eigentlich wollen. Deshalb steht der Weltbevölkerungsbericht 2018 unter dem Motto “Entscheidungsfreiheit kann die Welt verändern”.

“Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen südlich der Sahara mehr Kinder bekommen, als sie möchten”, sagt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. Nur jede zweite Frau könne dort verhüten. “Diese Frauen brauchen verbesserte Angebote zur Aufklärung und Familienplanung.”

Moderne Verhütungsmittel sind rar

Eine Statistik des Berichts zeigt, dass moderne Verhütungsmethoden in vielen afrikanischen Ländern rar sind. In der Zentralafrikanischen Republik, Guinea, Benin und Tschad wenden weniger als 10 Prozent der verheirateten Frauen eine moderne Verhütungsmethode an – aus Mangel an finanziellen Mitteln oder mangelnder Aufklärung.

Weltweit zeigt sich, dass Frauen die in Städten leben und wohlhabender und gebildeter sind, deutlich besseren Zugang zu modernen Verhütungsmethoden haben als ärmere Frauen, die zudem häufig auf dem Land leben und nur über eine unzureichende oder gar keine Schul- und oder Ausbildung verfügen.

Doch nicht nur Bildung und Geld sind entscheidend. Auch die gesundheitliche Versorgung von Frauen und Kindern spielt eine wichtige Rolle. Denn viele Eltern in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung müssen fürchten, dass nicht alle ihre Kinder überleben. Auch das ist ein Grund, weshalb die Geburtenrate in armen Ländern deutlich höher ist als in Industriestaaten.

Insbesondere seit die USA entschieden haben, ihre Gelder für Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr an Hilfsorganisationen zu geben, die Abtreibungen durchführen oder auch nur darüber informieren, fehlen in diesem Bereich Gelder.

Deshalb müssen sich Entwicklungspolitiker und Regierungen der entwickelten Staaten dafür einsetzen, Bildung, Gesundheit, Familienplanung und die Stärkung von Frauenrechten entschieden voranzutreiben.