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Umweltschutz

Doch nicht ausgestorben: 200 Löwen in Äthiopien entdeckt

Flickr: Pius Mahimbi

In Äthiopien und im angrenzenden Sudan galten Löwen bereits jahrzehntelang als ausgestorben. Gründe hierfür waren der Mangel an Beutetieren, unzureichende Wasserquellen und schlichtweg fehlende Aufzeichnungen über eine mögliche Population in der Region. Jetzt allerdings wurden mehrere Löwen an der Grenze zwischen dem Sudan und Äthiopien gesichtet, was darauf schließen lässt, dass in der Region ca. 100 bis 300 Exemplare leben!

Das ist eine unglaubliche Entdeckung, nicht nur für Naturschützer. Allerdings muss man sagen, dass Ortsansässige schon vor geraumer Zeit davon berichteten, Löwen gesichtet zu haben. Aber wie das nun mal so ist, Menschen glauben Dinge manchmal erst, wenn sie es mit eigenen Augen gesehen haben. Weswegen die Organisation 'Born Free' zusammen mit Dr. Hans Bauer, Naturschützer und Mitglied der Oxford Universität Einheit 'Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU)', Kamerafallen aufstellten, um den Beweis nun endlich auch anhand von Bildern zu liefern. 

lions born free b1Image: © Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU)

'Born Free', Dr. Bauer und eine Handvoll weiterer Naturschützer haben sich hierzu auf die nordwestliche Region Äthiopiens, im Alatash National Park, konzentriert, eine Region, die an den Sudan grenzt und generell nur wenig Besucher anzieht. 

lions in ethiopia born free Image: © Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU)

Mit Hilfe von sechs Kamerafallen gelang es den Forschern, Fotos von zwei Löwen zu machen, sowie eine ganze Handvoll von Spuren zu entdecken. 

lions in ethiopia born free b2Image: © Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU)

Diese Entdeckung lässt Naturschützer nun auf der ganzen Welt hoffen, dass man jetzt darauf zurückschließen kann, dass Löwen auch in anderen Ländern wie Angola oder der Demokratischen Republik Kongo doch nicht wie angenommen vollständig ausgestorben sind.

Häufig lassen sich sehr scheue Tiere wie Löwen oder Leoparden nur schwer in bestimmten Regionen finden, vor allem wenn es eh schon nur eine sehr geringe Anzahl von ihnen gibt. Aus diesem Grund hat Südafrika letztes Jahr die Jagd auf Leoparden vollständig verboten, da nicht festgestellt werden konnte, wie viele Exemplare noch existieren (zuvor waren 150 Leoparden im Jahr zum Abschuss freigegeben).

Wissenschaftlern und Naturschützern ist schon seit Jahren bekannt, dass die Anzahl der Löwen in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen ist. Allein seit 1980 fiel die Löwen-Population in Afrika um schockierende 50-75%. Die heute noch lebenden Exemplare leben allerdings auf einer Fläche, die gerade mal 8% ihres ursprünglichen Areals entspricht. Der Verlust ihres Lebensraums, illegale Wilderei und andere 'Konflikte mit der menschlichen Zivilisation' haben maßgeblich zur Dezimierung der Löwenanzahl auf unserem Planeten geführt.

200 lions in Ethiopia rediscovered b3Image: Flickr: Diana Robinson

Die neueste Entdeckung aus dem Sudan ist also Grund zum Feiern und zur Sorge zugleich.

Denn jetzt, wo die Welt weiß, dass diese Löwen existieren, muss so schnell wie möglich an einem nächsten Schritt gearbeitet werden, um diese Exemplare zu schützen. Eine Zusammenarbeit mit den entsprechenden Regierungen aus Äthiopien und dem Sudan ist dabei essentiell, um sicher zu gehen, dass diese Tiere in Frieden und frei von 'menschlichen' Gefahren leben können.

Der Schutz gefährdeter Arten ist eine Aufgabe, die das Engagement und den Einsatz von Regierungen, Naturschützern, Organisationen und der Bevölkerung vor Ort gleichermaßen erfordert. Bleibt zu hoffen, dass die Entdeckung dieser Löwen genug weltweites Interesse erzeugt, so dass langfristig nicht nur die Löwen, sondern auch andere Tierarten davon profitieren können.