Gegen Menschenrechtsverletzungen und Polizeigewalt in Nigeria

Fordere die Regierung dazu auf, die Bevölkerung vor Polizeigewalt zu schützen.

Was man wissen sollte:

  • Willkürliche Verhaftungen, Erpressungen und Folter durch korrupte Polizeibeamte gehören in Nigeria zum Alltag.
  • Inmitten der COVID-19-Pandemie leben junge Nigerianer*innen in Angst vor der Willkür korrupter Polizist*innen.
  • Rufe die Regierung dazu auf, dafür zu sorgen, ihre Bürger*innen vor Korruption und Ungerechtigkeit zu schützen.

Mehr erfahren über diese Ursache:

Seit mehr als einer Woche demonstrieren Tausende Menschen im westafrikanischen Nigeria gegen Polizeigewalt. Die landesweiten Proteste richteten sich vor allem gegen die mittlerweile aufgelöste Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS). Inzwischen fordern die Demonstrant*innen weitreichende Polizeireformen. Unter dem Hashtag #EndSARS verbreiteten sich die Proteste schnell weltweit und führten auch im Ausland zu Solidaritätskundgebungen.

Der Grund: Anfang des Monats hatten SARS-Polizist*innen einen jungen Mann aus einem Hotel gezerrt und dann auf offener Straße, mit in der Metropole Lagos, hingerichtet. Ähnlich erging es vielen jungen, liberalen Nigerianer*innen, die Opfer falscher Anschuldigungen, Erpressung und Brutalität durch die sogenannte ‘Special Anti-Robbery Squad’ (SARS) wurden.

Auch Mary* (*Name geändert) ist eine von ihnen. Mary, eine Fitnesstrainerin, die in Lagos, Nigeria, lebt, war mit ihren Freundinnen unterwegs, als die Gruppe plötzlich grundlos von fünf Polizist*innen angehalten und belästigt wurde. Der Vorwurf: Sie seien Prostituierte. "Sie drohten damit, mir eine Waffe unterzujubeln und mich ins Gefängnis zu werfen, wenn wir ihnen nicht 10.000 Naira (etwa 26 US-Dollar) zahlen würden, damit sie den Fall vergessen – [letztendlich] haben wir bezahlt", sagte Mary.


Die gute Nachricht: Die #EndSARS-Proteste waren erfolgreich! Die nigerianische Regierung kündigte am 11. Oktober 2020 die sofortige Auflösung von SARS im ganzen Land an und versprach, die bisherigen Taten strafrechtlich zu verfolgen und die Polizei zu reformieren. Doch bis alle Nigerianer*innen frei von Unterdrückung leben können, besteht die Hauptaufgabe des Staates darin, seine Bevölkerung zu schützen. Aus diesem Grund müssen wir jetzt eine klare Botschaft für Menschenrechte senden und uns gegen Polizeigewalt stark machen. Sei dabei und sende jetzt deinen Tweet nach Nigeria!