Nigeria braucht ein Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt

Fordere die nigerianischen Politiker*innen dazu auf, das Gesetz zum Schutz von Frauen und Mädchen zu priorisieren.

Was man wissen sollte:

  • Weltweit stiegen die Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt während des Lockdowns an – auch in Nigeria.
  • Stigmatisierung, Diskriminierung und eingeschränkte Hilfsangebote sorgen dafür, dass nicht alle Fälle angezeigt werden.
  • Unterschreibe die Petition und fordere mehr Schutz für Frauen und Mädchen.

Mehr erfahren über diese Ursache:

Weltweit steigen die Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt derzeit in die Höhe. Der Grund: Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus steigen die Fälle häuslicher Gewalt an. Außerdem können diverse Hilfs- und Beratungsangebote nicht in Anspruch genommen werden, so dass die Opfer hilflos zurückgelassen werden. 

In Nigeria, einem Land in dem patriarchalische soziale, kulturelle, traditionelle und religiöse Normen tief verwurzelt sind, ist geschlechtsspezifische Gewalt (GBV) ebenfalls ein großes Problem. Auch hier hat COVID-19 diese Krise verschärft, wie viele Berichte belegen. 

Erst im Mai wurde die 22-jährige Studentin Uwaila Omozuwa in einer Kirche in Benin-Stadt brutal vergewaltigt und getötet. Aufgrund des COVID-19-Lockdowns war ihre College geschlossen worden, weshalb sie in der Kirche einen ruhigen Ort zum Lernen gefunden hatte. Ein Wachmann fand ihren leblosen Körper. 

Während der Mord an Uwaila öffentliches Entsetzen ausgelöst hat, werden Frauen in Nigeria täglich Opfer von Gewalt. Ihre Geschichten werden jedoch oft nicht erzählt, da die meisten Überlebenden aus Angst vor Stigmatisierung oder Diskriminierung die Fälle nicht zur Anzeige bringen. 

Fast 3 von 10 nigerianischen Frauen im Alter von 15 Jahren haben bereits körperliche Gewalt erfahren – diese reicht von Zwangs- und Kinderehen bis hin zu körperlichen, geistigen und sexuellen Übergriffen. Geflüchtete und Binnenvertriebene, Frauen und Mädchen mit Behinderungen, sind besonders gefährdet.

Ein neues Gesetz, das Gesetz gegen Gewalt gegen Personen (Violence Against Persons Prohibition, VAPP), verbietet, kriminalisiert und bestraft alle Formen von Gewalt, einschließlich der Diskriminierung von Personen, insbesondere von Frauen. Dennoch haben nur 18 von 36 Staaten die notwendigen Gesetze verabschiedet, die zur Umsetzung des VAPP-Gesetzes auf staatlicher Ebene erforderlich wären. Außerdem setzen auch einige Staaten, die es bereits genehmigt hatten, das Gesetz nicht angemessen durch.

Wenn sich die nigerianischen Staats- und Regierungschefs zur Durchsetzung des VAPP-Gesetzes in allen Staaten verpflichten, würden Frauen und Mädchen vor allen Formen von Gewalt und Missbrauch geschützt, Überlebende hätten Anspruch auf Rechts-, Gesundheits- und Sozialdienste, und die Täter*innen würden in vollem Umfang bestraft. 

Es ist Zeit, laut zu sein: Schließe dich Sängerin und Schauspielerin Seyi Shay und dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) an, um die Menschenrechte schutzbedürftiger Frauen und Mädchen dringend zu priorisieren. Wir werden alle Unterschriften an die politischen Entscheidungsträger*innen weiterleiten, damit geschlechtsspezifische Gewalt in Nigeria endlich geahndet wird.